Bin-Picking-Technologie: Ein Gespräch mit Marcel Burk von MPA Technology

Marcel Burk und seine Erfahrung mit Bin Picking

Marcel Burk ist seit viereinhalb Jahren bei MPA Technology tätig – mittlerweile als Leiter der Geschäftsentwicklung. MPA Technology ist ein Full-Service-Partner, der Automatisierungslösungen entlang der gesamten Prozesskette von der Bauteilzuführung bis zur Verpackung anbietet. Marcel war an der frühen Entwicklung und Markteinführung eines der ersten standardisierten Bin-Picking-Systeme beteiligt. 

Bin Picking in der Praxis verstehen 

Was bedeutet in der Praxis der Begriff „Bin Picking“? 

Marcel erklärt Bin Picking wie folgt: „Im Alltag wird Bin Picking oft als „Griff in die Kiste“ bezeichnet. Obwohl es sich zunächst banal anhören mag, wird seine Komplexität und Nützlichkeit bei genauerer Betrachtung deutlich. Es beinhaltet die kameragestützte, automatisierte Entnahme von Komponenten, normalerweise als sekundärer Prozess, um nachfolgende Prozesse wie Montage oder Inspektion zu erleichtern.“ 

Typische Anwendungsfälle von Bin Picking für Kunden 

Wie sehen typische Anwendungsfälle von Bin Picking für Ihre Kunden aus? 

 „Der ‚typische‘ Anwendungsfall reicht vom Umgang mit Bremsscheiben in einer Gießerei bis hin zum Handling von Wurstscheiben in einer Kantine. Die Vielseitigkeit von Bin-Picking-Systemen bedeutet jedoch, dass es kein ‚Einheitskonzept‘ gibt. Es wird hauptsächlich bei Aufgaben eingesetzt, die repetitive oder körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten erfordern. Dadurch wird den Mitarbeitern Entlastung geboten und aufgrund der Prozessautonomie eine hohe Rendite erzielt.“ sagt Marcel.

 

Überlegungen und Kosten im Zusammenhang mit der Implementierung von Bin Picking 

Wann ist es sinnvoll, Bin Picking in Betracht zu ziehen? Was sind die typischen Kosten dafür? 

Marcel erläutert: „Die Entscheidung zur Implementierung eines Bin-Picking-Systems hängt größtenteils von der späteren Auslastungsrate des Systems ab und kann nicht eindeutig beantwortet werden. Faktoren wie das jährliche Produktionsvolumen und Schichtmuster spielen eine wichtige Rolle. Was die Kosten betrifft, so variieren sie je nach Faktoren wie dem Typ der zu handhabenden Komponenten, ihrer Lagerungsmethode und der Integration in den Gesamtprozess.“ 

Die Flexibilität von Bin-Picking-Systemen: Handhabung verschiedener Komponenten 

Wie flexibel sind solche Systeme? Können sie jeden Komponententyp handhaben? 

 „Bin-Picking-Systeme sind im Allgemeinen sehr flexibel. Allerdings können die Wahl des Robotermodells und des Kamerasystems Einschränkungen hinsichtlich der Abmessungen und des Gewichts von Komponenten mit sich bringen. Darüber hinaus können Faktoren wie stark reflektierende, nasse oder verschmutzte Oberflächen von Komponenten die Erkennungsgenauigkeit beeinträchtigen. Insgesamt können eine Vielzahl von Komponenten behandelt werden, wobei oft nur minimale Einrichtungszeiten erforderlich sind, insbesondere wenn vorhandene CAD-Daten verwendet werden.“ 

Potenzielle zukünftige Anwendungsbereiche von Bin Picking 

Welche potenziellen Anwendungsbereiche könnten sich in Zukunft ergeben? 

 „Die Möglichkeiten für Bin-Picking-Systeme sind praktisch grenzenlos und reichen von Schweißwerkstätten bis zu gewerblichen Küchen. Darüber hinaus können, abhängig von der Anzahl der Komponenten und der Zykluszeit, die eingebundenen Technologien für zusätzliche Prozessschritte genutzt werden. Zum Beispiel kann der Roboter in eine nachfolgende Montageanwendung integriert werden, bevor die Komponente in den Verpackungsprozess eingespeist wird.“ 

Die Rolle der künstlichen Intelligenz im Zusammenhang mit dem Thema „Bin Picking“ 

Welche Rolle spielt KI in Bezug auf das Thema „Bin Picking“? 

Marcel erwähnt: „Derzeit spielt KI eine relativ geringe Rolle bei Bin-Picking-Anwendungen. In den meisten Fällen wird Schüttgut in sortenreiner Form bereitgestellt, manuell an vordefinierten Bauteilpositionen gegriffen und gemäß den Spezifikationen positioniert. Dies hält die Rechenlast minimal. Es könnte jedoch Ausnahmen geben, wie etwa in Logistikzentren, die Kartons verschiedener Formen und Größen verarbeiten, wobei unterschiedliche, neue Griffpositionen von einer KI ermittelt und vorgegeben werden.“ 

Voraussetzungen für Fertigungsunternehmen, die die Implementierung von Bin-Picking-Lösungen in Betracht ziehen 

Welche Voraussetzungen sollte ein Fertigungsunternehmen haben, wenn es die Implementierung von Bin-Picking-Lösungen in Betracht zieht? 

Bei der Aufzählung von Voraussetzungen für Fertigungsunternehmen betont Marcel: „Die Software zur Bedienung und Einrichtung unserer Systeme ist sehr benutzerfreundlich, sodass Benutzer nach im Rahmen einer kurzen Schulung eigenständig lernen können, wie sie neue Komponenten hinzufügen, Prozesse anpassen usw. Dennoch kann etwas Wissen über Robotik- und Kameratechnologie oder zumindest die Bereitschaft, sich weiterzubilden, hilfreich sein.“ 

Wenn wir uns die Fabrik der Zukunft vorstellen, wird die Bin-Picking-Technologie zunehmend entscheidend. Mit Anbietern wie MPA Technology an der Spitze von Innovation und Integration erwarten wir eine Landschaft, in der die Automatisierung nicht nur die Betriebsabläufe optimiert, sondern auch eine beispiellose Effizienz und Anpassungsfähigkeit fördert. 

Mehr über Marcel Burk

Leiter Business Development bei MPA Technology

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